Prüfungen DK-Verband

Frühjahrszuchtprüfung - DERBY -

Das Derby ist eine Zucht- und Anlagenprüfung. Sie dient dem Zweck, die Anlagen in den wichtigsten Feldfächern festzustellen und Rückschlüsse auf den Zuchtwert der Eltern zu ermöglichen. Diese Prüfung erfüllt ihren Zweck dann am besten, wenn einerseits die Erziehung und Vorbereitung des Junghundes soweit fortgeschritten ist, daß die natürlichen Anlagen des Hundes entfaltet sind und festgestellt werden können, andererseits der Führereinfluß das Anlagenbild nicht übermäßig überdeckt.

Erfahrungsgemäß sind die Voraussetzungen der Prüfung der Anlagen bzgl. der Feinheit der Nase, der Findigkeit, einer klugen, auf Finden eingestellten Suche sowie des Vorstehens, Nachzie¬hens von Federwild im ersten Frühjahrsfeld besonders gegeben. Die Derbyerziehung wird dann den besten Erfolg haben, wenn die wilde Passion des Junghundes für den Hasen und seine Spur im Winter und zeitigen Frühjahr so gezügelt worden ist, daß er mit Beginn der Paarhühnerzeit auf die neue Aufgabe eingestellt werden kann. Arbeiten auf der Hasenspur werden deshalb auf dem Derby nicht verlangt. Gelegentlich gezeigte Art des Jagens und sehr gute Arbeiten auf der Spur des Hasen werden aber vermerkt. Voraussetzung für die Prüfung des Junghundes sind große, gut mit Flugwild besetzte Reviere. Die Erkennung des Erbwertes der Eltern des Junghundes wird durch die Prüfung möglichst vieler Wurfgeschwister wesentlich erleichtert. Klubs und Richter müssen in gleicher Weise bestrebt sein, durch hohe, aber verständnisvolle Anforderungen an die Arbeit der Hunde den Preisen, die auf der Frühjahrszuchtprüfung - Derby - erworben werden, ihre Bedeutung zu sichern, damit das Derby ein vollwertiges Instrument der Zucht bleibt. Die Frühjahrszuchtprüfung - Derby - darf nur im Frühjahr abgehalten werden.

Herbstzuchtprüfung - SOLMS -

Die "Solms"-Prüfung ist eine Zuchtprüfung. Sie stellt eine Ergänzung und Erweiterung der Zuchtprüfung im
Frühjahr dar. Sinn und Aufgabe der Solms-Prüfung ist - wie beim Derby - die Feststellung der natürlichen
Anlagen des Junghundes im Hinblick auf seine Eignung und zukünftige Verwendung im vielseitigen Jagdgebrauch und als Zuchthund, sowie die Feststellung des Erbwertes seiner Eltern. Der allgemeinen Wesensfestigkeit hat eine besondere Aufmerksamkeit zu gelten. Die Abrichtung des Junghundes für den praktischen Jagdgebrauch in der Feld- und Wasserarbeit muß zu dieser Zeit im wesentlichen abgeschlossen sein. Da durch die abgeschlossene Ausbildung die natürlichen Anlagen oft verdeckt sind, haben die Richter besondere Sorgfalt auf die Anlagenermittlung zu legen. Voraussetzung für eine gewissenhafte Prüfung sind große, gut mit Flugwild und Hasen besetzte Reviere, die zugleich ein ausreichend großes, mit Schilf bestandenes Wassergelände aufweisen müssen. Die Erkennung des Erbwertes der Eltern und der Zuchteignung des Prüflings wird durch Prüfung möglichst vieler Wurfgeschwister wesentlich erleichtert. Die Herbstzuchtprüfung - Solms - darf nur im Herbst abgehalten werden. Ältere Hunde können noch auf der Alterszuchtprüfung - AZP - geführt werden.

Dr. Kleemann-Zuchtausleseprüfung

Der Deutsch-Kurzhaar-Verband prüft besonders zuchtwichtig erscheinende Rüden und Hündinnen aus allen Zuchtgebieten in einer Ausleseprüfung, um zur Zucht besonders geeignete Rüden und Hündinnen zu ermitteln,

einen Überblick über den Stand der DK-Zucht zu erhalten und die Züchter zur Steigerung der Lei¬stung in der Zucht anzuregen. Die Hunde sollen sich durch gleichbleibende sehr gute Lei¬stungen auf vorausgegangenen Prüfungen und in der Praxis so¬wie durch erwiesene Härte, Schärfe und Wesensfestigkeit ausgezeichnet haben. Diese Prüfung kann ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn höchste Anforde¬rungen gestellt werden, die über die Bedingungen allgemeiner Zucht- und Gebrauchsprüfungen weit hinausgehen.
Zu dieser Prüfung können alle Hunde gemeldet werden, die im Zuchtbuch Deutsch-Kurzhaar eingetragen sind und nachste¬hende Zulassungsvoraussetzun¬gen erfüllen. Die Hunde müssen
a) auf den drei Prüfungen "Derby", "Solms" und "AZP" mindestens zwei 1. Preise erzielt haben, wobei für jede Prüfung eine einmalige Wiederholung zulässig ist und das Derby allein nicht genügt, aber unverzichtbar ist;
b) eine Verbandsgebrauchsprüfung (VGP) mit einem I.Preis bestanden haben;
c) im Formwert mindestens ein "sehr gut" in der Altersklasse nachweisen;
d) den Härtenachweis in der jagdlichen Praxis erbracht haben;
e) eine Verlorenbringerprüfung oder eine Verbandsschweißprüfung bestanden haben;
f) vom meldenden Verein in der Jagdpraxis überprüft worden sein.
Hunde, welche die Dr. Kleemann-Zuchtausleseprüfung bestanden haben, erhalten den begehrten Titel Kurzhaarsieger (KS).

Internationale Kurzhaar-Prüfung (IKP)

Der Deutsch-Kurzhaar-Verband führt eine internationale Feld- und Wasserprüfung durch, um den Freunden des kurzhaarigen deutschen Vorstehhundes im In- und Ausland Gelegenheit zu geben, sich über den Stand der Zucht und über die Leistungen unserer Hunde im Felde und im Wasser ein Bild zu machen; um seine Züchter zur Steigerung der Leistung in der Zucht anzuregen und um bei Jägern und Hundeführern das Verständnis für feine Feld- und gute Wasserarbeit zu pflegen. Solche Prüfungen können ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn hohe Anforderungen gestellt werden. Es sollen deshalb nur gründlich durchgearbeitete Hunde vorgestellt werden, die die verlangten Vorprüfungen mit sehr guten Erfolgen bestanden und eine hinreichende Jagdpraxis aufzuweisen haben. Die Anforderungen sollen das übliche Solms-Niveau erheblich übertreffen.
Die Prüfung ist offen für alle in deutschen oder ausländischen Zuchtbüchern eingetragenen Deutsch-Kurzhaar-Vorstehhunde, die 1. auf zwei verschiedenen Prüfungen Derby, Solms oder AZP und VGP mindestens zwei I. Preise errungen haben, 2. einen Formwert von mindestens "sg" erhalten haben. Anstelle der Herbstzuchtprüfung Solms wird auch die Verbands-Herbstzuchtprüfung des Jagdgebrauchshundverbandes anerkannt, wenn in allen Fächern Leistungen nachgewiesen werden, die einem 1. Preis bei Solms (sehr gute Leistungen = 9 bis 11 Punkte bei der HZP) entsprechen. Hunde, bei denen auf vorausgegangenen Prüfungen Schußempfindlichkeiten oder andere Wesensschwächen festgestellt wurden, können nicht zugelassen werden. Für ausländische Hunde gelten die entsprechenden Voraussetzungen.
Für alle Prüfungen des Deutsch-Kurzhaar-Verbandes und des Jagd¬gebrauchshundverbandes erhalten Sie ausführliche Prüfungsordnungen bei Ihrem Klub!