Haltung und Pflege

Der Hund sollte so früh wie möglich an die Zwingerhaltung gewöhnt werden, natürlich auch in Kombination mit der Haltung im Haus. Hier wird ihm ein fester, zugfreier Platz angewiesen, der ihm Seiten- und Rückendeckung bietet. Der Zwinger soll geräumig und zugfrei sein und genügend Schutz gegen direkte Sonneneinstrahlung bieten. Die Hütte sollte Doppelwände haben und möglichst mit einem Vorraum versehen sein, dessen Öffnung der Wetterseite abgewandt sein muß. Über Betonböden legt man einen Lattenrost, auf den sich der Hund legen kann.

Im Winter kommt vor den Hütteneingang ein Sack als Schutz gegen die Kälte. Zwinger und Hütte werden immer sauber gehalten und von Zeit zu Zeit desinfiziert. Hin und wieder sollte man auch den Kot des Hundes untersuchen lassen (Wurmbefall) und regelmäßig entwurmen. Häufiges Bürsten entfernt das abgestorbene Haar. Allzulanges Haar zwischen den Zehen sollte man ausschneiden. Besonders bei weichem Schnee und aufgeweichtem Boden bilden sich zwischen den Zehen Klumpen, die dem Hund lästig sind und die er mit den Zähnen zu entfernen sucht. Hierbei entstehende Verletzungen können zu Ekzemen führen, die dann eine langfristige Behandlung erfordern. Wichtig ist auch der Schutz gegen Ungeziefer. Hierzu bietet die moderne Veterinärmedizin eine Reihe sehr wirksamer Behandlungsmittel. Immer wieder, besonders nach Wasser- und Feldjagd, muß man das Innere der Behänge von Verschmutzungen reinigen, damit es nicht zu der leicht chronisch werdenden Erkrankung des Ohrenzwangs kommt. Dies wird durch Schiefhalten und Schütteln des Kopfes und durch Kratzen an den Behängen angezeigt. Entzündungen sind mit Borwasser auszuwaschen, wenn man nicht gleich besser zum Tierarzt gehen will. Baden mit Seife oder Shampoo gehört - außer bei ganz groben Verschmutzungen, wie z.B. durch Kot - zu den großen Ausnahmen. Hierdurch wird nämlich der Haut und dem Haarkleid das Fett entzogen, das dem Hund einen natürlichen Schutz verleiht. Nach kalter Wasserarbeit sollte man den Hund allerdings lange genug laufen lassen oder trockenreiben. Feste Medikamente wickelt man am besten in Fleisch oder Wurst, weil der Hund schlingt und nicht kaut. Flüssigkeiten werden in die Tasche, die sich am Ende der Lefzen bildet, seitlich eingegeben, wobei man den Fang hoch- und zuhält, bis der Hund geschluckt hat.

Fütterung

Mit vier bis fünf Wochen sollte der Welpe bereits entwurmt sein. Man frage den Züchter danach. Die Übernahme vom Züchter soll mit acht Wochen erfolgen. Dabei frage man, wie der Welpe gefüttert wurde, damit Umstellungsschwierigkeiten vermieden werden. Die Erstimpfung muß grundsätzlich beim Züchter erfolgen. Es ist aber unbedingt darauf zu achten, daß Sie die notwendigen Folgeimpfungen nicht versäumen, um dem Hund die Vollimmunisierung zu sichern. Nach Abstimmung mit dem Tierarzt empfiehlt sich möglichst bald eine Tollwutschutzimpfung (etwa in der 13. Lebenswoche). Da die Immunisierung durch den Impfstoff unterschiedlich nur ein bis höchstens zwei Jahre - je nach dem verwendeten Impfstoff - vorhält, sind Wiederholungsimpfungen unumgänglich. Der Hund ist nach den Impfungen 14 Tage zu schonen und vor Erkältung zu schützen. Bei Durchfall kann man in jedem Fall erst einmal schwachen, schwarzen Tee (ungesüßt), geriebene, rohe Äpfel und Kohletabletten geben und die bisherige Nahrung absetzen. Tritt keine kurzfristige Besserung ein, so ist in jedem Fall ein Tierarzt aufzusuchen. Für die Häufigkeit des Fütterns können folgende Regeln gelten: Bis zur achten Woche vier- bis fünfmal täglich, bis zum sechsten Monat dreimal täglich, bis zu einem Jahr zweimal täglich und nach einem Jahr einmal am Tag. Beim erwachsenen Hund sollte man je nach Zustand einen Fasttag in der Woche einlegen. Bis zur vierten Lebenswoche lebt der Welpe gewöhnlich von Muttermilch und dem vorverdauten Futter, das die Hündin den Welpen vorbricht. Es gibt aber bei starken Würfen oder bei Ausfall der Hündin heute auch die Möglichkeit, unter tierärztlicher Aufsicht Welpen mit modernen, für diesen Zweck entwickelten Nahrungsmitteln ohne Muttermilch aufzuziehen. Als erste Nahrung, die dem Welpen von der vierten Woche an gegeben wird, ist rohes Fleisch (aber kein Schweinefleisch) mit guten Haferflocken oder ein von der Industrie angebotenes, gutes Welpenfutter zu empfehlen. Gesund ist auch die Beigabe von geriebenen Mohrrüben oder Quark. Für ausgewachsene Hunde kommt als Futter in Frage: Kopffleisch, Leber, Niere, Herz, Schlund, Luftröhre (nur längs aufgeschnitten), Vormägen des Rindes nur mäßig. Vorsicht: Bitte verfüttern Sie kein rohes Schweinefleisch! Auch Obst und Gemüse nehmen die Hunde gern. Die heute von den verschiedenen Industrien angebotenen Fertigfuttermittel sind meistens einwandfrei; trotzdem empfiehlt es sich, die einzelnen Fabrikate öfters zu wechseln. Trockenfutter enthält alle lebenswichtigen Vitamine, Spurenelemente usw. in ausgewogenem Verhältnis. Dem Fleischfutter sollten in der Regel Futterflocken beigemischt werden. Die Büchsennahrung ist auf Reisen und auf der Jagd empfehlenswert. Als Knochen sind rohe Rind- oder Kalbsknochen zu verwenden. Röhren- und Geflügelknochen gefährden den Verdauungstrakt! Knochen haben keinen Nährwert, geben geringe Mengen von Mineralstoffen und können zu Verstopfungen führen. Gewürze gehören in keinem Fall ins Hundefutter; dagegen schadet Salz, in kleinen Mengen dem Futter beigegeben, im Gegenteil zu früheren Ansichten, dem Hund nicht. Rohes Fleisch darf anbrüchig sein, gekochtes nie. Dem Hund muß immer frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Bedenken Sie: Was Sie in den ersten beiden Jahren an guter Nahrung in ihren Hund "hineinstecken", das sparen Sie später an Tierarztkosten!