Der Jagdgebrauchshundverband (JGHV)

Der JGHV ist die Dachorganisation aller Zucht- und Prüfungsvereine, die durch Abhaltung von Prüfungen tätig werden. Ihm gehören sowohl unser Deutsch-Kurzhaar-Verband e.V. als auch die einzelnen Kurzhaar-Klubs an. Seine Aufgabe ist die Erarbeitung gemeinsamer Prüfungsordnungen für alle Rassen, die Führung des "Deutschen Gebrauchshund-Stammbuches" (DGStB) sowie die Ernennung von Verbandsrichtern. In seiner Verantwortung erscheint die Zeitschrift "Der Jagdgebrauchshund".

Prüfungen des JGHV

Auf den Verbandszuchtprüfungen werden die natürlichen Anlagen des Hundes und der Erbwert der Elterntiere überprüft. Das bedeutet jedoch nicht, daß der Hund völlig "roh" auf der Prüfung erscheinen soll. Vielmehr müssen die Anlagen bereits durch ein behutsames Einarbeiten geweckt worden sein. Dennoch wird hier noch nicht der bereits ausgebildete Hund vorgestellt. Gewertet werden die Durchschnittsleistungen.

Auf der Verbandsjugendprüfung (VJP) sind diejenigen Hunde zugelassen, die im vorangegangenen Zuchtjahr gewölft wurden. Die Prüfung findet jeweils im Frühjahr statt. Geprüft werden: Spurwille und Spursicherheit auf der Spur des nicht beziehungsweise nicht mehr sichtigen Hasen, Nasengüte, Suche, Vorstehen, Führigkeit und Laut. Nachprellen hinter dem Wild und Ungehorsam bei Wildkontakt werden nicht als Fehler gewertet. Eine weitergehende Prüfung der Anlagen bringt im Herbst des Jahres die Herbstzuchtprüfung (HZP). Hier wird zusätzlich geprüft: Bringen von Haar- und Federwild auf der Schleppe oder als Verlorensu¬che, Verlorenbringen der Ente aus der Deckung und Verlorensuchen in deckungsreichen Gewässern. Bei der HZP muß, im Gegensatz zur VJP, die Ausbildung des Hundes bis auf Gehorsam am Hasen und Federwild abgeschlossen sein. Die Erfahrung lehrt, daß die meisten

Hunde wegen mangelnder Vorbereitung auf den Schleppen und im Wasser scheitern. Die HZP vermittelt ein abschließendes Bild über das Wesen und die Anlagen eines Jagdhundes. Am Schluß der Ausbildung steht die Verbandsgebrauchsprüfung (VGP). Auch sie findet im Herbst statt und ist, im Gegensatz zu den Verbandszucht¬prüfungen, eine Leistungsprüfung, bei der Hund und Führer auf ihr Können getestet werden. Als zusätzliche Arbeiten werden geprüft: Arbeit mit dem Fuchs (Schleppe und Hindernis), Schweißarbeit, Stöbern im Wald, Stöbern im deckungsreichen Gewässer, Buschieren. Besonders hoch sind die Anforderungen an den Gehorsam des Hundes. Erfolgreiche Hunde werden in das "Deutsche Gebrauchshund-Stammbuch (DGStB) eingetragen und haben damit ihre volle jagdliche Brauchbarkeit unter Beweis gestellt.

Außerdem werden Verbandsschweißprüfungen (VSwP) durchgeführt, 20 oder 40 Stunden alte Schweißfährten mit einem Viertelliter Wildschweiß auf 1000 Meter. Bei Verlorenbringerprüfungen (Vbr) muß der Hund einen nicht eräugten, krank geschossenen Hasen oder Fuchs, der noch mindestens 300 Meter geflüchtet ist, verfolgen, greifen und seinem Herrn zutragen. Bei Bringtreueprüfungen (Btr) muß der Hund auf einmaligem Befehl nach einem im Wald ausgelegten Fuchs stöbern und ihn bringen.

Zur Erreichung des Versicherungsschutzes und zum Nachweis der jagdlichen Brauchbarkeit können selbstverständlich auch DK-Hunde an allen Jagdeignungs- bzw. Brauchbarkeitsprüfungen teilnehmen. Oberstes Ziel für die Erlangung der jagdlichen Brauchbarkeit im Sinne der Jagdgesetze soll aber immer die VGP sein.